Ein Tag als Azubine in der Produktion

Normalerweise besteht meine Arbeit eher daraus, Texte zu schreiben, Bilder zu machen und mit unseren Zielgruppen über unterschiedliche Kanäle zu kommunizieren. Mein Name ist Michaela Steinhauser, ich bin 35 Jahre alt und seit dem 1. Mai verantwortlich für die Bereiche Kommunikation und Marketing bei LÄGLER.

Diese Woche habe ich meinen Stift einmal gegen einen Schraubenzieher und Instagram gegen Arbeitshose sowie Sicherheitsschuhe getauscht. Bei LÄGLER bekommen alle Mitarbeiter – unabhängig davon, in welchem Bereich sie arbeiten – einen tiefen Einblick in die Entwicklung, Produktion und Reparatur der Maschinen.

Wie mein Tag als Azubine in der Maschinenmontage war? Lest selbst:

FLIP montieren statt Social Media

Pünktlich um sieben Uhr melde ich mich am Dienstagmorgen zum Dienst in der Maschinenmontage. Los geht es am ersten Tag meiner Ausbildung bei Franz in der Montage der Randschleifmaschine FLIP. Nachdem Franz mich trotz sommerlicher Temperaturen bereits am frühen Morgen gut gelaunt und mit den Worten „Man kann alles lernen. Man muss sich nur Mühe geben.“ begrüßt, bin ich motiviert, ihm an diesem Tag eine gute Azubine zu sein.

Jeder Griff sitzt

Wir starten damit, die ersten Teile der FLIP auf dem Montageteller zu verteilen. Obwohl sich überall kleine Kisten mit Schrauben, Muttern und anderen Teilen befinden, greift Franz nicht nur auf Anhieb genau die, die wir gerade brauchen, sondern auch noch die richtige Menge. Auf meine Frage, wie er das mache, antwortet er lächelnd: „Manche halten mich für pedantisch, aber ich brauche meine Ordnung. Wenn alles immer an seinem Platz liegt, kommst du viel schneller voran.“ Unser Montageteller dreht sich unaufhörlich, wobei Franz beim Tempo Rücksicht auf seine Azubine nimmt. Ich habe handwerklich zwar keine zwei linken Hände, vom Level der Kollegen in der Produktionshalle bin ich aber Lichtjahre entfernt.

Aber wir kommen tatsächlich schnell voran. Alle Teile sind verbaut. Wir müssen die nächsten im Lager abrufen. Zeit für eine Pause? Fehlanzeige! Immer dann, wenn wir auf neue Teile aus dem Lager warten müssen, wechseln wir schnell den Arbeitsplatz. Franz ist vertretungsweise auch zuständig für die Vorbereitung und Abwicklung des Versandes der Maschinen.

Die HUMMEL auf die Reise schicken

LÄGLER versendet seine Maschinen in über 120 Länder auf der ganzen Welt. Vor meinem Tag bei Franz hatte ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, wie die Maschinen eigentlich verpackt werden, damit sie unversehrt in Stockholm, Denver oder Taschkent ankommen.

Die HUMMEL etwa wird in eine eigens für diesen Zweck entwickelte und aufwändig gestaltete Holzkiste verpackt. Mit dem Zubehör zur Maschine bleibt nicht mehr viel Platz. Bei Franz sitzt aber jeder Handgriff, als er die knapp 80 Kilogramm schwere Bandschleifmaschine für den Versand vorbereitet. Da kommt auch schon die Spedition. Einmal am Tag werden die Maschinen im Werk in Frauenzimmern abgeholt und von dort aus weltweit verschickt, erklärt Franz. So müssen die Kunden nicht lange auf ihre bestellte Maschine warten. Damit es bei der Zollabwicklung keine Probleme gibt, muss Franz außerdem genau darauf achten, dass alle Papiere korrekt sind.

Zurück zur FLIP-Montage. Nachdem wir alle Teile montiert haben, prüfen wir am Ende, ob der Motor einwandfrei funktioniert. Ich bin stolz, als Franz mir zur Montage meiner ersten FLIP-Serie gratuliert. Wir bringen die zehn Maschinen mit der „Ameise“ zur Endkontrolle, wo unsere Arbeit und die der Kollegen aus der Produktion noch einmal genau unter die Lupe genommen wird. Keine Maschine verlässt das Werksgelände ohne vorher genau geprüft worden zu sein.

Zweite Station: HUMMEL-Montage

Nach der FLIP-Montage darf ich mich an unserem Flaggschiff versuchen. Sergej begrüßt mich an seinem Arbeitsplatz, der HUMMEL-Montage. Zu Anfang kann ich noch nicht viel helfen, da die Montage des Körpers der Bandschleifmaschine viel Erfahrung und Präzision erfordert. Also nichts für einen hammerschlag-Grünschnabel wie mich. Nachdem der charakteristische Körper der Maschine steht, darf ich aber mit anpacken. Schrauben, Kleben, sogar die Pfeile auf der Unterseite der Maschine darf ich aufbringen. Sergej zeigt mir geduldig jeden Arbeitsschritt. Nachdem ich gezeigt habe, dass ich es (einigermaßen) hinbekomme, erhöht er gleich das Tempo des Montagetellers. „Dir soll ja nicht langweilig werden“, sagt er schmunzelnd. So komme ich bei der Arbeit ganz schön ins Schwitzen. Am Ende des Tages haben Sergej und ich eine HUMMEL-Serie zur Auslieferung in die USA fertig montiert. Stolz und geschafft fahre ich die Maschinen mit der „Ameise“ zur Endkontrolle.

Über den Tellerrand schauen

Nach meinem Tag als Azubine in der Montage habe ich nicht nur viel über die Maschinen selbst gelernt. Ich habe selber miterlebt, mit welcher Leidenschaft und Präzision LÄGLER-Schleifmaschinen gefertigt werden. Unschätzbare Erfahrung – Franz und Sergej arbeiten wie viele andere Kollegen schon über 20 Jahre in der Produktion bei LÄGLER – und innovative Technik: so entstehen die Parkettschleifmaschinen, die weltweit Profi-Handwerker überzeugen.

Gerade in meinem Bereich Unternehmenskommunikation muss man wissen, über was man spricht. Wie wichtig es dabei ist, auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, hat mein Tag bei Franz und Sergej gezeigt.